E wie planlos – Meine Odyssee durch die Elektrifizierung der Welt Teil 1

Aktuell wir auf allen Ebenen die Elektrifizierung vorangetrieben. E-Bikes, E- Autos, E- Heizung, Photovoltaikanlage, Smartphones – alles dreht sich um die neuste Generation der kleinen Kraftspeicher aus Lithium. 

Doch qou vadis, schöne neue E- Welt? 

Ich nehme mal mein Fazit vorweg: Es ist alles deutlich verschachtelter geworden und Ansprüche wie Nutzen sollten exakt bestimmbar sein. Zudem kostet es alle sehr sehr viel Geld. Was meine ich damit? Nur als Beispiel bei den E Bikes gibt es den Mittelmotor, den Nabenmotor Frontantrieb, den Nabenmotor Heckantrieb, ein Tretlagergetriebe.  Mhmmmm….?!

Als Antriebsmotor gibt es Bosch, Brose,  Shimano, Yamaha, Ebikemotion, Fazua und Groove (und noch viele viele andere mehr). Jeder dieser Motoren fährt sich anders und hat ein anderes Ansprechverhalten. Reicht noch nicht? Gut, es gibt E-Mountainbikes, E- Bikes als Rennrad, E-Bikes als Cross, als Trekking, als City Variante und als V Max 45km/h Modelle. All dies lässt sich natürlich noch mit Farben und Rahmenhöhe und Hersteller kombinieren. Und zum Schluss bleibt natürlich noch der Preis. Ab 799 Euros geht´s los und nach oben sind keine Grenzen offen.

E-Anschaffung- Subventionen für alle?

Aktuell erlebt ja gerade die E-Bike Szene einen enormen Aufschwung. Viele Leute entscheiden sich bewusst für diese teure Anschaffung, um mehr Zeit draußen zu verbringen. Soweit so gut. Es ist jetzt sogar möglich, über den Arbeitgeber E-Bikes zu leasen und damit den täglichen Weg zur Arbeit zu bestreiten. Hier wird die Förderung vom Staat deutlich. Das Land Baden-Württemberg fördert dies mit 1500 € pro Fahrrad (Quelle: https://vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Elektromobilität_Kampagne/Flyer__PDF/2017-12-21_VM_Flyer_Online_E-Zweiraeder.pdf) . Uff! Inwieweit das wieder für die Leute ein fairer Deal ist, die im ländlichen Raum unterwegs sind, lass ich jetzt mal außen vor. Aber auch hier wird deutlich, wer sich diese teuren E- Anschaffungen leisten kann, wird durch Steuergelder subventioniert. Dabei ist die Intention des Gesetzgebers nachvollziehbar, jedoch die Umsetzung befördert wieder mal gesellschaftliche Spaltung.

Spaltung durch Subvention?

Zurück zu den E-Bikes. Ich habe mich mal bei den umliegenden Fahrrad- Händlern umgeschaut und war sehr überrascht, wie selbstverständlich die E-Bikes ihren Platz bei den Händlern gefunden haben. Sucht man beispielsweise ein MTB Fully, so fangen die Preise bei ca. 2500 € an. Selbstverständlich kann man hier und da ein super Angebot für etwas weniger bekommen. Bei dem Preis überlegt man dann aber doch, ob man nicht den nächsten Schritt ins gelobte E-Land wagt.  

Testen, Testen, Testen

Jedenfalls habe ich mich sofort bereit erklärt die unterschiedlichen E-Bikes mal auszutesten. Angefangen habe ich mit einem Yamaha Motor. Um vielleicht mal mit einem Vorurteil aufzuräumen: Ein E-Bike fährt nicht alleine und ist kein E- Scooter oder ähnlich. Der E- Motor unterstützt immer nur WENN MAN in die Pedale tritt und das wieder in Abhängigkeit von Trittstärke und Pedal Umdrehung und dem gewählten Gang.

Yamaha- der gute Allrounder

Der Yamaha Motor tritt recht kraftvoll an und lässt auf den ersten Metern die Muskeln spielen. Unten raus ist sofort die Power da und mit wenigen Umdrehungen erreicht man die unterstützte Höchstgeschwindigkeit. Berg hoch war der Motor auch kein Problem- Traktion war gut. Der getestete Motor hatte 70 Nm. Inwieweit sich der Verbrauch gut oder schlecht entwickelt, konnte ich leider nicht feststellen, dazu war die Fahrzeit einfach zu kurz. Alles in allem aber auch ein super Motor. Die Bedienungseinheit am Lenker fand ich sehr gut. Das Display war schön groß und gut ablesbar. Die blaue Hintergrundbeleuchtung sah cool aus. 

Brose- der kraftvolle Motor

90 Nm! Das ist erstmal eine Ansage für einen E- Motor. Diese 90 Nm merkt man sofort raus. Der Motor ist hungrig und giert nach Bergen und Strecken. Mühelos zieht er am Berg das 25 Kilo schwere E-Bike hoch. Bedienung ist ähnlich wie der Yamaha Motor. Im Sport Modus merkt man die vollen 90 Nm und es macht ein super viel Spaß. Allerdings muss ich sagen, dass die Unterstützung im normalen Cruise Modus für meinen Geschmack noch einen ticken zu hoch ist. Aber auch hier ist die persönliche Vorliebe entscheidend. 

Bosch- das beste aus zwei Welten

Der Bosch Motor hat ähnlich wie der Yamaha Motor 75 Nm. Nach der Power Maschine Brose war ich im Eco Modus vom Bosch Motor zunächst etwas enttäuscht. Nichtwissend, dass nach Eco noch Tour, Sport und TURBO kommt. Und spätestens ab dem Sport Modus hatte ich wieder das E- Bike Lächeln auf den Lippen und die Fliegen in den Zähnen. Die Haptik des Bedienelements war etwas knochig aber ansonsten auch ordentlich bedienbar.

Fazit:

Welcher Motor ist jetzt der „Beste“? Alles in allem sind alle Motoren erstklassig. Klingt jetzt nach „Fanboy“ Gerede aber die Unterschiede sind so gering, dass man mit keinem Motor wirkliche Fehler machen kann.  Dennoch würde ich vor dem Kauf, auf jeden Fall eine Probefahrt machen und gut überlegen, ob man die Leistung wirklich braucht. Weil Leistung, Geld kostet und die Überkompensation für die meisten Nutzer oftmals gar nicht nötig ist. 

 

p.s. Beim nächsten Mal geht es um die E- Autos oder die Photovoltaikanlage(n). Da geht das Chaos erst richtig los.  

 

 

 

 

 

 

Sinn oder Unsinn der E Autos ?

Toller Artikel aus der FAZ online über die E- Fahrzeug Wende. Die wesentlichen Punkte werden angesprochen: 

„Weil die Diskussion von Großstadtbewohnern beherrscht wird und weil dort der Wunsch nach lokal emissionsfreier Mobilität verständlicherweise am stärksten ausgeprägt ist, werden auch soziale Aspekte gern übersehen. Auf dem Land sind viele auf das Auto angewiesen; es muss als Erstwagen jeden Zweck erfüllen und bezahlbar bleiben.“

Quelle:

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/kommentar-mit-vollgas-ins-elektroauto-dilemma-16117524.html